Was sind eigentlich Spenden

Wann liegt eine Spende vor?
Sicherlich wird kein Bürger eine Spende „allein für das Finanzamt“ tätigen. Eine Spende ist eine freiwillige und höchstpersönliche Angelegenheit des Spenders. Meist möchte der Spender hierdurch einen aus seiner Sicht sinnvollen Zweck unterstützt wissen.

Warum sind Spenden eigentlich absetzbar?
Spenden sind Sonderausgaben. Der Staat möchte die Bürger zum Spenden ermuntern, indem die Spenden bei der Steuer abgesetzt werden können. Die Spenden der Bürger ermöglichen – zumeist gemeinnützigen – Organisationen die Arbeit.

An wen kann ich spenden? Welche Spenden sind begünstigt?
Der Spendenempfänger muss steuerbegünstigt sein. Steuerbegünstigt sind Organisationen – zumeist Vereine – die gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen. Gemeinnützig sind beispielsweise die Förderung der Wissenschaft, Kunst und Kultur, Tierschutz, Sport. Für politische Parteien gibt es besondere Regelungen.

Gibt es auch Spenden, die das Finanzamt nicht berücksichtigt?
Spenden an Straßenmusiker, Bettler oder auch die Kollekte in der Kirche sind nicht von der Steuer absetzbar. Einige Supermärkte und Discounter bieten an, das Flaschenpfand zu spenden. Auch dies ist nicht von der Steuer absetzbar. Vereine gibt es in Deutschland für die unterschiedlichsten Zwecke. Jedoch ist nicht jeder eingetragene Verein (e. V.) automatisch steuerbegünstigt.

Kann ich nur Geld spenden?
Nein! Neben der Spende von Geld sind auch sogenannte Sachspenden möglich. Ein Museum freut sich beispielsweise über ein gespendetes Kunstwerk, eine Bücherei über gespendete Bücher und eine Fußballmannschaft über gespendete Fußbälle oder Trikots.

Da bei einer Sachspende „Sachen“ also Gegenstände gespendet werden, ist es für das Finanzamt komplizierter, den Wert der gespendeten Gegenstände zu bestimmen. Recht leicht ist dies bei neuen Gegenständen, dann liegt eine Rechnung vor. Sind die Gegenstände bereits gebraucht oder älter, wird es etwas komplizierter. Wie gebrauchte Gegenstände bewertet werden, darüber informieren wir Sie gerne bei einer persönlichen Beratung.

Sie engagieren sich bereits ehrenamtlich in einem Verein?
Dann könnten die Aufwandsspende und die Vergütungsspende Sie interessieren! Nahezu jeder, zum Beispiel in einem gemeinnützigen Verein, ehrenamtlich Tätige kennt diese Situation. Viele „Kleinigkeiten“ müssen erledigt werden. Die Fahrt zum Einkaufen, die Briefe an die Vereinsmitglieder für die Weihnachtsfeier, die Fahrt der Nachwuchsmannschaft zum Auswärtsspiel. Es entstehen Aufwand (Kosten).

Verzichtet der ehrenamtlich Tätige auf die Erstattung des Aufwandes, liegt eine Aufwandsspende vor. Der Verein stellt dann eine Spendenbescheinigung aus. Voraussetzung für den Ansatz als Aufwandsspende ist, dass der Verein, zum Beispiel in der Vereinssatzung oder vertraglich, sich verpflichtet hat, die Kosten zu übernehmen.

Sie können dem Verein gewissermaßen auch Ihre Arbeitszeit schenken. Wie bei der Sachspende muss mit dem Verein vereinbart sein, dass die Tätigkeit für den Verein – angemessen – vergütet wird. Bei einem Verzicht auf die Vergütung stellt der Verein eine Spendenbescheinigung aus.

Bis zu welcher Höhe kann ich Spenden von der Steuer absetzen?
Hierfür gibt es keinen festen Betrag. Technisch ausgedrückt sind Spenden bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte im Jahr abzugsfähig. Spenden die über diesen Betrag hinausgehen sind übrigens nicht verloren. Der entsprechende Betrag wird vom Finanzamt vermerkt und automatisch in das nächste Jahr mit übernommen.

Sind Mitgliedsbeiträge von der Steuer absetzbar?
Grundsätzlich sind Mitgliedsbeiträge und auch Aufnahmegebühren bei steuerbegünstigten Organisationen als Sonderausgaben von der Steuer absetzbar. Allerdings gibt es einige Ausnahmen zu beachten! Werden die Mitgliedsbeiträge auch für Betätigungen verwendet, die in erster Linie der Freizeitgestaltung dienen, so sind die Mitgliedsbeiträge nicht von der Steuer absetzbar.

Klingt kompliziert?

Ein Praxisbeispiel

Ein Männerchor (e. V.), der grundsätzlich wegen der Pflege des Brauchtums als gemeinnützig anerkannt ist, begleicht aus den Mitgliedsbeiträgen nicht nur die Veranstaltung der Konzerte des Chores, sondern auch regelmäßige Fahrten zu Ausflügen und eine Weihnachtsfeier. Die Ausflüge und die Weihnachtsfeier dienen der Freizeitgestaltung der Mitglieder. Daher sind die Mitgliedsbeiträge nicht von der Steuer absetzbar.

Betroffen sind alle steuerbegünstigten Organisationen wie beispielsweise Sportvereine, Chöre, Kleingärtnereien oder Karnevalsgesellschaften. Narren und Jecken haben somit Pech.

Wie weise ich für das Finanzamt eine Spende nach?
Hier unterscheidet man die Spenden unter 200 € und die Spenden ab 200 €.

  • Spenden unter 200 €
    Beträgt die Spende weniger als 200 €, ist ein vereinfachter Spendennachweis für das Finanzamt ausreichend. Das leichteste Mittel der Wahl dürfte hier ein Kontoauszug sein.
  • Spenden ab 200 €
    Damit das Finanzamt diese Spenden anerkennt, muss eine Spendenbescheinigung – nach amtlichem Muster – vorgelegt werden. In dieser sind Art und Höhe der Spende vermerkt. Außerdem wird bestätigt, dass die Spende nur für einen steuerbegünstigten Zweck verwendet wird. Von der entsprechenden Organisationen erhalten Sie in der Regel automatisch zu Beginn eines Jahres eine Spendenbescheinigung auf der die Spenden des Vorjahres vermerkt sind.

Inzwischen müssen nur noch sehr wenige Belege im Original beim Finanzamt eingereicht werden, wenn man seine Steuererklärung abgibt. Die Spendenbescheinigung gehört dazu! Für Ihre Unterlagen sollten Sie also eine Kopie aufbewahren.

Ich habe eine Spendenbescheinigung per E-Mail erhalten. Akzeptiert das Finanzamt diese?
Auch das Finanzamt hat die Zeichen der Zeit erkannt. Mit dem BMF-Schreiben vom 06.07.2017 wurde geregelt, dass steuerbegünstige Organisationen Zuwendungsbestätigungen (Spendenbescheinigung) weiterhin per Brief oder per E-Mail übermitteln dürfen. Aus der Sicht des Finanzamtes ändert sich nichts. Auch die Spendenbescheinigungen, die per E-Mail übermittelt werden, müssen dem amtlichen Muster entsprechen. Die E-Mail ist nur ein neuer Übertragungsweg der Spendenbescheinigung.

Können Spendenbescheinigungen beim Finanzamt nachträglich eingereicht werden?
Die Steuererklärung ist beim Finanzamt eingereicht und just in diesem Moment liegt noch eine Spendenbescheinigung auf dem Schreibtisch, die „durchgerutscht“ ist und nun in der Steuererklärung fehlt? Sicherlich ärgerlich, doch es besteht die Möglichkeit, die Spendenbescheinigung nachzureichen. Senden Sie die Spendenbescheinigung der Steuererklärung einfach nach. Ein kurzes Anschreiben an den Finanzbeamten erklärt die Lage und die Spende kann berücksichtigt werden.

Ist bereits ein Einkommensteuerbescheid ergangen besteht die Möglichkeit die schlichte Änderung zu beantragen oder Einspruch einzulegen und die Spendenbescheinigung nachzureichen. Für beides gilt allerdings eine Frist von einem Monat ab dem Zugang des Steuerbescheides. Ist diese Abgelaufen kann das Finanzamt die Spende nicht mehr berücksichtigen.

Was gilt für Spenden via Paypal?
Zumindest, wenn es nach der Meinung des Finanzministeriums Schleswig-Holstein geht, ist der Abzug der Spenden möglich. Die „Kurzinfo ESt 16/2013“ vom 06. Juni 2013 erläutert die Voraussetzungen. Bei Spenden bis 200 € ändert sich gegenüber der Überweisung per Bank nicht viel. Das Paypal-Konto kann also wie ein Bankkonto betrachtet werden. Dem Finanzamt reicht somit ein Kontoauszug des Paypal-Kontos aus. Bei einem Bankkonto müssen der Kontoinhaber und die Bankverbindung erkennbar sein. Das gilt auch für einen Kontoauszug eines Paypal-Kontos. Hier muss statt der Bankverbindung eben die E-Mail-Adresse erkennbar sein. Zusätzlich muss dem Finanzamt noch der Ausdruck der Transaktionsdetails – vergleichbar dem Überweisungsträger bei einer klassischen Spende – vorgelegt werden. Diesen erhalten Sie – zum Beispiel als Download – vom Spendenempfänger.

Spenden im Katastrophenfall – der Fiskus zeigt sich großzügig
Im Katastrophenfall ist schnelle und unbürokratische Hilfe gefragt. Das hat auch der Fiskus erkannt und für Spenden im Katastrophenfall  spezielle Regelungen erlassen. Dies gilt auch für Spenden über 200 €.

Spenden im Rahmen der Flüchtlingskrise
Die Finanzverwaltung hat auch auf die Flüchtlingskrise reagiert und entsprechende Details im BMF-Schreiben vom 22.09.2015 „Steuerliche Maßnahmen zur Förderung der Hilfe für Flüchtlinge“ geregelt. Durch ein weiteres BMF Schreiben vom 06.12.2016 gelten die Regelungen nun bis zum 31.12.2018.

Seit dem 01.08.2015 gilt für Spenden im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise der vereinfachte Spendennachweis – Bareinzahlungsbeleg, Kontoauszug oder Ausdruck des Online-Banking Kontos – unabhängig vom gespendeten Betrag. Die Grenze von 200 € ist also nicht zu beachten.

Um das Engagement der Bürger noch weiter zu stärken, sind auch Spenden an Privatpersonen möglich. Diese müssen das Geld auf einem Treuhand-Konto anlegen und anschließend an eine steuerbegünstigte Organisation weiterleiten. Die Organisation erhält auch eine Liste der Spender, damit entsprechende Spendenbescheinigungen ausgestellt werden können.

Auch eine Spende des eigenen Arbeitslohnes über den Arbeitgeber ist möglich. Der Arbeitgeber muss die Spende dann an eine steuerbegünstige Organisation weiterleiten. Der gespendete Arbeitslohn ist steuerfrei. Dafür darf die entsprechende Spende nicht mehr in der Steuererklärung berücksichtigt werden.

Weitere Möglichkeiten
Es gibt noch weitere Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren.

  • Wer sich nebenberuflich bei einer steuerbegünstigten Organisation betätigt und hierfür eine Vergütung erhält, kann den sogenannten Übungsleiterfreibetrag in Höhe von 2.400 € geltend machen. Die erhaltene Vergütung ist dann steuerfrei und auch sozialabgabenfrei.
  • Auch eine Aufwandsspende für Unterkunft und Verpflegung ist möglich, wenn man einen Flüchtling auf Bitten einer steuerbegünstigten Organisation bei zu Hause sich aufnimmt. Die steuerbegünstige Organisation stellt in diesem Falle eine entsprechende Spendenbescheinigung aus.

Gerne helfen wir Ihnen bei Fragen dazu weiter!

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2018-07-15T20:07:38+00:00

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